Erzählungen

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Der Skipper über sich!

 

„Jede Zeit hat ihre Zeit, schön sind Dienst und Lohn,

doch noch viel schöner, so kommt’s mir vor,  ist die Pension“

 

 

Da war er nun, mein letzter Arbeitstag.  45 Dienstjahre und 6 Monat an Arbeitszeit sollten reichen. Ich nützte die Gunst der Stunde und verabschiedete mich aus dem „Öffentlichen Dienst“ und war mit gemischten Gefühlen unterwegs ins „Unbekannte“!  Ein komisches Gefühl, plötzlich und über Nacht zu den Alten zu gehören. Nicht mehr gebraucht zu werden! Das Geld ohne Leistung zu bekommen. Ein eigenartiges Gefühl beim leistungsorientierten Denken, welches meine Generation vermittelt bekam.

Die zwei „Buben“ sind erwachsen  und selbstständig geworden. Das Haus zu groß und fertig gebaut. Meine Frau, noch im „öffentlichen Dienst“ tätig, hat noch einige Jahre  zu arbeiten. Doch sie macht es mit Freude und geht auch noch gerne zur Arbeit, obwohl das Los einer Dienstführenden nicht immer leicht ist.

 

 

Ich bin, um mich selbst etwas zu beschreiben, ein geborener und klassischer Schütze: „leutseelig“, kontaktfreudig, neugierig  und unternehmungslustig. Diese Attribute  trieben mich schon recht früh in die „Welt hinaus“.  Ich begann 1965 in Klagenfurt  zwei Berufe zu erlernen, welche ich auch abschloss. Anschließend  neun  Monate Militärdienst. Einige  Jahre war ich in Düsseldorf, Schweden und fuhr dann drei Jahre zur See. 1974 kam ich wieder zurück nach Österreich und begann eine neue Ausbildung im Öffentlichen Dienst.  Nach einigen Jahren Praxis, absolvierte ich noch einige Zusatzausbildungen und arbeitete zwanzig Jahre als theoret./ prakt. Trainer und Prüfer.

 

Ich vermisse manchmal die Arbeitskolleginnen und Kollegen meiner Abteilung. Sie sind noch immer ein gutes Team und halten zusammen.  Sind für einander da und es war mir eine besondere Freude, an der „07“ arbeiten zu können! Es war insgesamt eine schöne Zeit und ich glaube manchmal, es begann alles erst vorgestern…!

 

Ich kaufte mir im letzten Jahr meiner Dienstzeit, um mich auf meine Pension „vorzubereiten“, einen gebrauchten  Segelkatamaran eines franz. Eigners. Das war eigentlich immer mein Wunschtraum. Ausgelöst, offensichtlich durch die drei jährige Seefahrt (Kreuzfahrtschiff) bei den Schweden. In der Zeit der Seefahrt konnte ich alle Kontinente gratis bereisen und so die ganze Welt kennen lernen. Zurückblickend glaube ich zumindest, dass diese Zeit wohl die Unbeschwerteste war, die ich erleben durfte.

Toller Verdienst (die Schweden zahlten schon damals sehr gut und  bzgl. Arbeitsgesetze waren sie beispielgebend in Europa). Unterwegs mit anderen jungen Menschen aller Nationen bzw. Kulturen. So konnte ich damals meine Sprachkenntnisse (englisch, französisch, italienisch und schwedisch) etwas aufpolieren bzw. festigen.

Ein weiteres Hobby im Leben war der Flugsport. Meine Pilotenlizenz habe ich nach dem Bootskauf nicht mehr erneuert. Ich habe mich viel auf den verschieden- sten Flugplätzen in Europa herum getrieben und nach besonderen Flugzeugen Ausschau gehalten. Manchmal habe ich noch den Wunsch ein Flugzeug zu steuern und mich dem Spiel der Kräfte hin zu geben…(weiter im 002)

 

„Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein"!

Losgelöst von all unseren täglichen Zwängen.

Leider ist es nicht mehr so. Zu viele Einschränkungen und Auflagen vermiesen den Piloten sehr oft ihr Hobby!


 

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Segeln, mehr als ein Natursport

 
Segeln ist die Fortbewegung eines Segelschiffs oder eines Segelboots unter Nutzung der Windenergie. So trocken sieht es Wikipedia!

 

Es ist viel mehr:

Wind, Wellen, Gischt, Flaute, Dunkelheit, Sonnenschein, Ruhe, Stress, Freude, Einsamkeit, Gefahren, Anspannung, Genuss und viele andere Situationen bietet  Segeln auf hoher See. Wasser, ein Element, welches Vergleichbares sucht!

Die extreme Ruhe am Meer kann sich auch in kurzer Zeit mit Sturm abwechseln.

 

Ein guter Freund und erfahrener Blauwassersegler sagte:

„Das Meer ist nicht dein Feind, aber auch nicht dein Freund“.

Für grobe Fehler gibt es die Höchststrafe!

 

Trotz mancher Widrigkeiten, suchen viele Menschen gerade diese Sportart aus, um in eine andere Welt einzutauchen. Sich zu entspannen oder gar um andere Kontinente anzusteuern. Viel Geld, Zeit und Arbeit  wird von jedem Eigner investiert.

Ein Ende der Schiffspflege ist nicht absehbar. Salzwasser, Sonne und die Korrosion fordern ihren Tribut.

 

Wir alle nehmen dies in Kauf, um viele Tage und Wochen ein traumhaftes Leben an Bord, weg vom Alltag und Stress zu genießen. Vorausgesetzt, man (und Frau) hat Zeit, dann kann das Abenteuer beginnen. Segeln und wohnen am Schiff wurde und wird immer komfortabler. Kühlungsmöglichkeiten, Heißwasser, angemessene Kochmöglichkeiten sowie schnelle Zugänge hinsichtlich Kommunikation u.v.m. sind heut zutage normal.

 

Unter Segel oder Motor fast unhörbar immer 7 Knoten  zu machen und dabei  ein kühles Bier oder einen Cocktail zu genießen, oder bei 20 Knoten oder mehr Wind,  sportlich unter Segel dahin zu rauschen und sich mit der Natur und anderen Seglern zu „matchen“.

 http://www.youtube.com/watch?v=iuOdW5HtZS0

 

Stille, oder ein leichtes Rauschen des Windes vermittelt in einer einsamen Bucht die Ruhe, die man sucht. Manche Gäste an Bord benötigen einige Tage, um den Alltag los zu werden und um abzuschalten. Eine kurze Umgewöhnung ist nötig. Die Erfahrung zeigt, dass sich Menschen dann total fallen lassen und die Sorgen und beruflichen Probleme zu Hause fast vergessen.

 http://www.youtube.com/watch?v=iQxh7cpIo1g

Zeit bekommt eine andere Dimension und Wertigkeit. Nach einigen Tagen schwindet auch der Wochentag. Ruhephasen werden effizienter und Gäste zeigen manchmal ein verändertes Schlafverhalten. Dies wird als langer und sehr „entspannter Tiefschlaf“ bezeichnet. Den Grund dafür kann ich nicht richtig deuten!

 

Die „Sundowner“, die abends noch getrunken werden, werden es wohl nicht sein…

(Doch es hat einen gegeben, gemixt von Stefan und Martin, der herrlich schmeckte und mir regelrecht das Licht ausknipste).

 

Kulinarische „Ausschweifungen“ auf der Festina Lente kommen NIE vor! Es sind nur Gerüchte und Nachreden. So auch die zahlreichen wilden Geschichten und Spekulationen über meine Person!

 

 

Frisch oder selbst gefangene Meeresfrüchte und frisches Gemüse werden von uns täglich mit Leidenschaft konsumiert. Dazu noch schöne Weine, die das Essen noch wunderbar abrunden.

 

Aber nicht nur das täglich „süße Nichtstun“ ist angesagt.

(Konfuzius (551-479 v. Chr.) schrieb: "Im Nichtstun bleibt nichts ungetan". Das Nichtstun ist gewissermaßen die Summe all unserer möglichen Handlungen. Eine Form von Macht, insofern wir uns im Nichtstun bewusst werden, was wir alles tun „könnten“).

 

Sportliche Aktivitäten kommen nie zu kurz. Fischen, Schnorcheln,
Tauchen, Schwimmen, Surfen, Lesen, an Land gehen um Inseln oder Städte zu besichtigen ist an der Tagesordnung. Vor dem Frühstück einen Sprung ins tiefblau warme Wasser; danach das  Frühstück ohne Hast genießen und neue Tagespläne schmieden.

 

Ein Katamaran, wie es die „Festina Lente“ ist, hat hinsichtlich Wohnraum
wesentliche Vorteile. Das Raumangebot ist sensationell. So auch der Stauraum.

 

Vor Anker, Wellen und Wind zeigt ein Katamaran ein wesentlich ruhigeres Verhalten, als ein normales Boot (Monohuller). Er kann nicht krängen. Dieses Verhalten kommt natürlich dem Wohn- und Segelkomfort zugute. Mitsegler, die einen eher nervösen Magen haben, lieben dieses Verhalten. Übelkeit, fast ein Fremdwort.

Kochen bei Wellengang ist kein Problem; abgelegte Gegenstände bleiben meist dort wo sie sind. Ein stärkerer Wellengang bringt selten Unordnung im Schiff.

Manche Mitsegler liegen vorne im Trapez und geniesen das Rauschen der Wellen. Andere lesen oder schauen entspannt in den Himmel, um das Treiben der Seevögel zu beobachten Lesen an Bord. Meine weitaus bessere Hälfte Gabi, die es versteht, sich mit guter Literatur zu umgeben, ist immer wieder einige Zeit „abgängig“ und taucht in „andere Lebensgeschichten“ ein und entspannt sich dabei total.

 

Auch ich lese in ruhigen Stunden gerne verschiedene Reiseberichte oder
deutsche oder englische Segelklassiker, welche an Bord sind. Manche Blauwasser- bzw. Weltumsegler, welche auch zum Schreiben von Reiseberichten eine gute Hand zeigen, sind für alle Segler eine gute seemännische Hilfe. Sie beschreiben verschiedenen Situationen und Erfahrungen, die sie selbst durchlebten.

Seit ca. zwei Generationen profitieren so Segler in aller Welt von einer beispielhaften Seemannschaft, vormals ohne elektronische Hilfsmittel. Kein GPS, Kartenplotter, Radar, Watermaker u.v.m.!  Boote wurden nicht einfach irgendwo um die Ecke gekauft, sondern mussten oft für große Reisen erst gezeichnet und auch gebaut werden. Hier waren es die Segler, die nur mit Wind und kleine Hilfsdiesel Kontinente und Küsten ersegelten. Beginnt man einmal, Segelbücher zu lesen, so wird man erfahren, dass es auch zur Sucht werden kann. Eine komplett ungefährliche...!

(Ein Beispiel vieler Klassiker von Hiscock: „Mein Traumboot Wanderer V“, oder „Kurs Südwest“.)

 

Auch Wolfgang Hausner, ein Österreicher, der einige tolle Bücher über seine Katamarane schrieb und  selbst baute, ist dahingehend eine Größe. Ich bin der Meinung, dass Hausner einer der größten noch lebenden österreichischen Abenteurer ist. Er lebt derzeit auf den Philippinen und verchartert seinen Katamaran.

 

Seine Bücher sind sensationell spannend zu lesen!
(Taboo – eines Mannes Freiheit  oder sein letztes: Atolle und Taifune)

 

Nun, wenn dich ein momentan unstillbares Verlangen überfällt, auf der „Festina Lente“ einen Segelurlaub zu verleben, so zögere nicht und komm!

Diese Art zu urlauben ist schlechthin einmalig!

 

Das Schiff steht in der Marina Isola / Slo. Die Marina ist sehr gepflegt und von Klagenfurt in ca. 1,5 Stunden zu erreichen. Isola, eine kleine Stadt, die alles bietet und nur 2500 Einwohnner hat. Auch in der Hochsaison ist die Stadt nicht überfüllt.

Piran, Portorose und die kroatische Grenze sind in ca. 15 Minuten erreichen.

 

Wir segeln in verschiedenen Richtungen
über den Ozean des Lebens.
Vernunft ist unsere Karte, Leidenschaft der Wind